12.12.2007
Shell produziert Kraftstoff aus Algen
Royal Dutch Shell plc und HR Biopetroleum kündigen den Bau einer Pilotanlage auf Hawaii zum Anbau von Meeresalgen an. Aus den Algen wird Pflanzenöl gewonnen, das in Biokraftstoff der zweiten Generation umgewandelt wird.
Shell und HR Biopetroleum haben für die Entwicklung dieses Projekts eine Joint-Venture-Gesellschaft mit dem Namen Cellana gegründet, an der Shell die Mehrheit hält. Der Bau der Vorzeigeeinrichtung an der Kona-Küste der Insel Hawaii Island soll umgehend beginnen. Das von der Natural Energy Laboratory of Hawaii Authority (NELHA) gepachtete Gelände liegt in der Nähe bestehender kommerzieller Algenanbaubetriebe, die überwiegend die Pharma- und Nahrungsmittelbranchen bedienen. An dem Programm sind Wissenschaftler von den Universitäten Hawaii, Southern Mississippi und Dalhousie in Nova Scotia, Kanada, beteiligt.
Ein Vorteil von Algen ist nach Mitteilung von Shell ihr schnelles Wachstum. Sie können ihre Masse mehrmals täglich verdoppeln und ergeben bedeutend mehr Öl pro Hektar als Alternativen wie zum Beispiel Raps, Palmen, Soja oder Jatropha. Außerdem können Anlagen auf Küstengeländen gebaut werden, die nicht für die konventionelle Landwirtschaft geeignet sind. Langfristig haben Algenanbauanlagen ebenfalls das Potenzial, CO2-"Abgase" von Industrieanlagen wie zum Beispiel Kraftwerken direkt zu absorbieren oder "einzufangen". In der Cellana-Vorführanlage werden CO2-Zylinder verwendet, um dieses Potenzial zu untersuchen.
"Algen haben ein bedeutendes Potenzial als nachhaltiges Rohmaterial für die Erzeugung dieselartiger Brennstoffe mit äußerst geringer CO2-Erzeugung", sagt Graeme Sweeney, Shell Executive Vice President Future Fuels and CO2. "Diese Vorführanlage ist ein bedeutender Test der Technologie und insbesondere der wirtschaftlichen Tragfähigkeit."
Die im US-Bundesstaat Delaware eingetragene HR Biopetroleum Inc. mit Hauptsitz im US-Bundesstaat Hawaii entwickelt Technologien für die großtechnische Erzeugung von Mikroalgen.
