14.11.2007
BGL: Streik verursacht Milliardenschäden
Die von der Lokführergewerkschaft GDL ab heute angekündigten mehrtägigen Streiks und die Androhung, unbefristete Streiks im Schienengüterverkehr auszurufen, können nach Auffassung des Bundesverbandes Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) e.V. der deutschen Volkswirtschaft Schäden in Milliardenhöhe zufügen. „Alternativen auf der Straße stehen nur sehr begrenzt zur Verfügung", so BGL-Präsident Hermann Grewer. Das deutsche Straßentransportgewerbe ist konjunktur- und saisonbedingt voll ausgelastet, zusätzliche Fahrzeugkapazität nur in Einzelfällen und zusätzliches Fahrpersonal so gut wie gar nicht verfügbar.
Die in den letzten Jahren immer weiter zurückgefahrene Vorratshaltung sowie die große Bedeutung von „just in sequence-" und „just in time-Anlieferungen" auch durch die Bahn dürfte spätestens nach zwei bis drei Tagen in einigen Sektoren zu Produktionsausfällen und Kurzarbeit führen. „Die ersten Räder" werden in der Fahrzeugindustrie, in Chemiewerken und bei Stahlproduzenten stillstehen. Aber nicht nur dort: Über gestörte Produktions- und Logistikketten werden schon bald Betriebe auf allen Stufen der Wertschöpfungskette die Streikauswirkungen zu spüren bekommen. Zulieferer wie Abnehmer, Einzel- wie Großhandel werden auch dann Umsatzausfälle zu verzeichnen haben, wenn sie selbst nicht bahnabhängig sind.
Der Schaden dürfte sich noch potenzieren, wenn sich, was nach einigen Streiktagen zwangsläufig der Fall sein wird, in den deutschen Seehäfen aus Platzmangel „gar nichts mehr bewegt". „Nimmt man alles zusammen, kann sich der arbeitstägliche Schaden für die exportorientierte deutsche Wirtschaft dann auf ein bis zwei Milliarden Euro belaufen - mit gravierenden Folgen für Konjunktur, Wachstum und Beschäftigung", befürchtet Grewer.
