Mail Passwort  
News
 

21.5.2008

Kirchen wollen nachhaltig einkaufen

Die christlichen Kirchen sind als zweitgrößter Arbeitgeber Deutschlands eine wirtschaftliche Macht. Wenn sie mit ihren Gemeinden, Bildungshäusern, Verwaltungen, diakonischen und caritativen Einrichtungen für Energie, Büro, Großhaushalt, Transport und Verkehr sowie Gebäudetechnik einkaufen gehen, könnten sie Standards setzen - auch ökologische und soziale. Um die vielfach noch schlummernde Nachfragemacht für nachhaltige Produkte und Dienstleistungen zu wecken, wurde am 20. Mai unter dem Titel "Zukunft einkaufen - glaubwürdig wirtschaften" ein ökumenisches Projekt gestartet, das die Beschaffung in Kirchen nachhaltiger machen will.

"Wir hoffen, so eine nachhaltige Qualifizierung der Einkäufer zu bewirken und langfristig auch dem privaten Konsum einen nachhaltigen Stempel aufzudrücken", sagt Dr. Fritz Brickwedde, Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), die das Projekt mit knapp 400.000 Euro fördert.

In zehn kirchlichen "Testregionen" soll deutschlandweit zunächst das Beschaffungsverhalten analysiert werden, um es anschließend unter ökologischen und sozialen Kriterien nachhaltig auszurichten. Gleichzeitig soll es auch um den wirkungsvolleren Einsatz von Produkten und Energieträgern sowie die Umsetzung von Einsparmöglichkeiten gehen.

Zentrales Informationsmedium für die Kirchen ist das Portal "Zukunft einkaufen - ökofaire Beschaffung" (www.zukunft-einkaufen.de) auf der Plattform der "Wirtschaftsgesellschaft der Kirchen in Deutschland" (WGKD). Rainer Gritzka, Geschäftsführer der WGKD, erwartet, dass sich das Nachfrage- und Angebotsverhalten für nachhaltige Produkte durch den Aufbau des ökofairen Segmentes auf der zentralen kirchlichen Beschaffungsplattform verbessern wird.

Im Rahmen des Deutschen Katholikentags in Osnabrück wird das Projekt "Zukunft einkaufen" einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt. Auf dem Evangelischen Kirchentag 2009 in Bremen sollen die ersten Projektergebnisse präsentiert werden. In den folgenden Jahren soll das Projekt bundesweit auf kirchliche Einrichtungen und Gemeinden ausgeweitet werden.