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18.2.2008

Chemie-Arbeitskosten im Vergleich

Die Arbeitskosten in der westdeutschen chemischen Industrie lagen im Jahr 2006 bei 66.881 Euro je Beschäftigten. Pro Stunde gerechnet waren das 41,67 Euro. Das geht aus Berechnungen des Bundesarbeitgeberverbandes Chemie (BAVC) hervor. Der Verband legte zugleich einen aktualisierten internationalen Chemie-Arbeitskostenvergleich vor. Danach liegen auch im Jahr 2006 die westdeutschen Chemie-Arbeitskosten in der Spitzengruppe der Industrieländer, nur übertroffen von Belgien (44,88 Euro) und Schweden (41,80 Euro). Die ostdeutschen Chemie-Arbeitskosten erreichten 26,91 Euro je Beschäftigtenstunde. Sie lagen damit oberhalb von Spanien (26,27 Euro), aber unterhalb der Arbeitskosten von Japan (29,95 Euro) und den USA mit 28,49 Euro.

Die westdeutschen Chemie-Arbeitskosten von insgesamt 66.881 Euro setzen sich laut BAVC zusammen aus dem Entgelt für tatsächlich geleistete Arbeit von 35.005 Euro und Personalzusatzkosten von 31.876 Euro. Dies entspricht einer Personalzusatzkostenquote von 91,1 Prozent. In die Personalzusatzkostenquote gehen die Sonderzahlungen mit 20,4 Prozent ein. Dies sind insbesondere tarifliche und freiwillige Jahresleistungen. Weitere 20,4 Prozent entfallen auf die Vergütung für arbeitsfreie Tage (Urlaub, Feiertage, Krankheit). Den größten „Brocken“ machten nach der Aufstellung des BAVC die Aufwendungen für Vorsorgeeinrichtungen mit 39,5 Prozent aus, also die gesetzliche Sozialversicherung in Form von Arbeitgeberbeiträgen zur Renten-, Arbeitslosen- und Krankenversicherung sowie zur Unfallversicherung und die betriebliche Altersversorgung. Diese hat mit 13,6 Prozent, bezogen auf das Entgelt für tatsächlich geleistete Arbeit, den höchsten Anteil in diesem Block.

Ein internationaler Vergleich der Chemie-Arbeitskosten je Beschäftigtenstunde zeigt laut BAVC, dass die deutschen Arbeitskosten in den vergangenen Jahren geringer gestiegen sind als in vielen Konkurrenzländern. Nach wie vor liegt die deutsche Chemie aber in der Spitzengruppe. In den meisten anderen Ländern war der Anstieg der Chemie-Arbeitskosten zum Teil deutlich höher als in Westdeutschland, der von 2004 bis 2006 bei 3,7 Prozent lag. Niedriger war das Plus mit 2,4 Prozent nur in Schweden. Einen Rückgang gab es wechselkursbedingt in Japan, wo die Arbeitskosten auf Euro-Basis um 6,8 Prozent gesunken sind.

Der Arbeitskostenabstand zu wichtigen Konkurrenzländern ist laut BAVC – obwohl etwas verringert – nach wie vor erheblich. Gegenüber Frankreich hat sich der Abstand auf vier Indexpunkte vermindert, gegenüber Österreich sind es 16 Punkte. Der Abstand zu Italien beträgt 21, zu Großbritannien 25 Prozent. Japan erreicht 72 und die USA 68 Prozent des westdeutschen Chemie-Niveaus. „Zu den osteuropäischen Ländern Ungarn, Tschechien, Polen und der Slowakei, die ebenfalls über namhafte Chemie-Industrien und gut qualifizierte Beschäftigte verfügen, ist der Abstand immer noch erheblich. Die ungarischen Chemie-Arbeitskosten liegen bei 26 Prozent der westdeutschen, die tschechischen und polnischen bei rund 20, die der Slowakei sogar nur bei 15 Prozent“, so der BAVC.