Mail Passwort  
News
 

11.2.2008

Drastische Verknappung von Bio-Getreide

Zwei enttäuschende Ernten von Bio-Getreide führten zusammen mit einer stark gestiegenen Nachfrage der Nahrungs- und Futtermittelhersteller zu einer enormen Verknappung. Bio-Getreide verteuerte sich in den letzten Monaten deutlich und ist in Deutschland nun wieder doppelt so teuer wie konventionelles Getreide.
Wie die ZMP Zentrale Markt- und Preisberichtstelle für Erzeugnisse der Land-, Forst- und Ernährungswirtschaft GmbH aus Bonn mitteilt, sind die Preise für Bio-Brotweizen beispielsweise im Januar 2008 auf 480 EUR/t angestiegen, Brotroggen liegt sogar darüber bei 510 EUR/t und Futterweizen wird um 410 EUR/t gehandelt.

Der große Nachfrageüberhang in Deutschland kann nur noch durch Importe gedeckt werden. Schon in den letzten Jahren kamen umfangreiche Lieferungen aus Osteuropa, inzwischen gehören aber auch Anbieter aus Kasachstan, Russland oder Kanada zu den Lieferanten am heimischen Markt. 2007 wurden in Deutschland 524.000 Tonnen Bio-Getreide geerntet, 13 Prozent weniger als 2006. Nachdem die Bio-Getreideflächen in Deutschland 2006 und 2007 leicht rückläufig waren, dürfte sich dieser Trend 2008 wieder umkehren, wenn auch ohne große Sprünge.

Die Preiserhöhungen der Rohstoffe sind bisher laut ZMP kaum bei den Verbrauchern angekommen. So lag der Verbraucherpreis für Bio-Roggenbrot (1kg) im 4. Quartal 2007 bei 3,00 EUR, nur 4 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum 2006. Müsli, Mehl und Teigwaren wurden sogar leicht günstiger angeboten. Bio-Brot erfreut sich immer größerer Beliebtheit. 2007 wurden in Deutschland laut GfK Haushaltspanel 28 Prozent mehr Bio-Brot verkauft als im Vorjahr. Der Umsatz von Bio-Müsli legte laut AC Nielsen Handelspanel 2007 um 35 Prozent zu, Bio-Teigwaren um 38 Prozent und Bio-Mehl um 42 Prozent.

Detaillierte Informationen über die Situation am Bio-Getreidemarkt erhalten Interessenten auf der ZMP-Fachveranstaltung „Bio-Fleisch und Bio-Getreide - Märkte im Ungleichgewicht“ am 21. Februar 2008 um 17.00 Uhr im Kongresszentrum der Messe Nürnberg, Raum Prag. Darüber hinaus ist die ZMP vom 21. Februar bis zum 24. Februar 2008 auf der BioFach 2008 in Nürnberg mit einem Expertenteam und den neuesten Marktinformationen vor Ort. ZMP-Fachleute stehen in der Halle 3, Stand 3-214, für Fachgespräche zur Verfügung.