01.2.2008
Rekordumschlag am Hamburger Hafen
Im zurückliegenden Jahr wurde an den Umschlagterminals des Hamburger Hafens erstmals die Rekordzahl von 140,4 Millionen Tonnen im Seegüterumschlag abgefertigt. Das entspricht einem Zuwachs von 4,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Mit der Anzahl von 9,9 Millionen TEU (20 Fuß-Standardcontainer) wurde im Containerumschlag ein neuer Rekord aufgestellt und ein Plus von 11,6 Prozent erzielt. Die Umschlagszahlen und detaillierte Daten wurden am 31. Januar auf der Jahrespressekonferenz bekanntgegeben.
Der Umschlagbereich „konventionelle Stückgüter", das sind Güter, die zum Beispiel aufgrund ihrer Abmessungen nicht in Containern transportiert werden können, schnitt 2007 im Vergleich zum Vorjahr besonders gut ab und führte mit 2,9 Mio. Tonnen zu einem Zuwachs von 9,1 Prozent. Der Umschlag von Massengut erzielte mit insgesamt 41,7 Millionen Tonnen ein gutes Ergebnis, blieb aber 2,4 Prozent unter dem sehr guten Vorjahresergebnis.
Hamburg baut seine Position als bedeutendster Containerhafen für die Staaten im Ostseeraum aus: Im seeseitigen Verkehr zwischen Hamburg und den Staaten im Ostseeraum wurde 2007 die Rekordmenge von 2,7 Millionen TEU abgefertigt. Dies entspricht einem Zuwachs von rund 280.000 TEU (+ 11,7 Prozent) gegenüber 2006. In der Top-Ten Liste der wichtigsten Handelspartner des Hamburger Hafens finden sich mit der Russischen Föderation (730.000 TEU) auf Position 3, Finnland (502.000 TEU) auf Position 4, Schweden (390.000 TEU) auf Position 5 und Polen (325.000 TEU) auf Position 6 gleich vier Staaten aus dem Ostseeraum. Die Russische Föderation bleibt mit einem Umschlagergebnis von 730.000 TEU (+ 21,6 Prozent) auf Position 3. Der Abstand zu Singapur mit 749.000 TEU (Rang 2) verkürzte sich in 2007 weiter.
Der Containerverkehr von/nach Norwegen ging mit 204.000 TEU leicht zurück. Dagegen stiegen die Containerverkehre mit Dänemark in 2007 bei einem Plus von 22 Prozent auf 230.000 TEU deutlich an. Damit platzierte sich der skandinavische Nachbar vom 12. auf den 10. Rang der wichtigsten Handelspartner im Containerverkehr des Hamburger Hafens. Die Baltischen Staaten Lettland (97.000 TEU), Litauen (96.000 TEU) und Estland (87.000 TEU) verzeichneten alle Wachstumsraten im zweistelligen Bereich.
China, Südostasien und Indien sind auch 2007 Boomregionen im seeseitigen Außenhandel mit Hamburg: Der Containerverkehr Hamburgs mit den Fahrtgebieten Asiens stieg von 2006 auf 2007 um rund 722.000 TEU. Das entspricht einem Plus von 14,9 Prozent. Ostasien und Südostasien verzeichneten im Jahr 2007 mit 16,5 Prozent (3,9 Millionen TEU) und 12,2 Prozent (1,0 Millionen TEU) jeweils zweistellige Zuwachsraten.
Allein im Indienverkehr, eine der kommenden Außenhandelsregionen, wurden im Seeverkehr via Hamburg im zurückliegenden Jahr 150.000 TEU umgeschlagen. Das sind rund 48 Prozent mehr als im Vorjahr. Die herausragende Bedeutung, die der Seehafen- und Logistikstandort Hamburg für die Abwicklung der Importe und Exporte im Verkehr mit China und Asien einnimmt, verdeutlicht die Zahl von 27 Vollcontainer-Liniendiensten, die Hamburg wöchentlich mit den Häfen in Fernost verbinden. In der Rangliste der wichtigsten Handelspartner im seeseitigen Außenhandel Hamburgs dominieren seit vielen Jahren die Länder Asiens. Unverändert nimmt die Volksrepublik China die erste Position ein. Auf den Positionen zwei und drei folgen Singapur und Russland.
Mit einem von der Hamburger Hafenbahn abgewickelten Eisenbahnverkehr von jährlich mehr als 1,8 Millionen TEU ist Hamburg auch Europas größter Bahnknoten im Containerverkehr.
Neben der führenden Bedeutung Hamburgs für den deutschen Außenhandel hat sich der Hamburger Hafen inzwischen zum wichtigen Überseehafen für die Abfertigung der Importe und Exporte der Nachbarstaaten Polen, der Tschechischen Republik, der Slowakei, Ungarn, Österreich, der Schweiz aber auch des gesamten Ostseeraumes entwickelt.
Weiter verstärkt hat sich auch die Konzentration der Ladungsströme im Containerverkehr Hamburgs mit Südamerikas Ostküste (344.000 TEU). Das sind 16 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Südamerika-Westküstenverkehre entwickelten sich mit einem Wachstum von 13,2 Prozent auf 86.000 TEU ebenfalls positiv. Insgesamt entfielen 268.000 TEU auf den Containerverkehr mit Brasilien. Brasiliens Wirtschaft sorgt weiter für einen steigenden Außenhandel und festigt Position 9 in der Liste der Top-Ten-Handelspartner Hamburgs.
Nordamerika-Containerverkehre mit Licht und Schatten: Während die traditionell starken Kanada-Containerverkehre des Hamburger Hafens auch 2007 einen Zuwachs von 18,7 Prozent (193.000 TEU) erzielten, blieb der Verkehr mit der U.S.-Ostküste mit 123.000 TEU 18,9 Prozent unter dem Vorjahresergebnis. Der Rückgang ist in erster Linie mit der in den USA feststellbaren Wirtschhaftsabschwächung zu erklären. Hinzu kommt, dass zur Umgehung der verschärften Hafeneinfuhrkontrollen in den USA zunehmend Warensendungen mit Endempfängern in den nördlichen Regionen der USA den Weg via kanadische Seehäfen wählen. Die USA befinden sich wegen ihrer anhaltend schwächelnden Wirtschaft in einer Abschwungphase, von der Hamburg wegen seiner stärkeren Fernost und Asienorientierung weniger betroffen ist.
Der Umschlag konventioneller Stückgüter, das sind Güter, die aufgrund ihrer Abmessungen und Gewichte nicht im Container transportiert werden, erzielten mit 2,9 Millionen Tonnen ein Plus von 9,1 Prozent. Der konventionelle Stückgutumschlag ist trotz der fortgeschrittenen Containerisierung ein bedeutender Sektor für das Hafengeschäft in Hamburg. Der Containerisierungsgrad hat jetzt in Hamburg 97 Prozent erreicht. In Hamburg ergaben sich im letzten Jahr unter anderem Ladungszuwächse im konventionellen Stückgutumschlag, weil der Import von Südfrüchten um 4,4 Prozent auf 787.000 Tonnen und der Import von Metallen um 47,5 Prozent auf 450.000 Tonnen gesteigert wurde.
Auf der Exportseite trug unter anderem der um 14,4 Prozent gesteigerte Fahrzeugumschlag (402.000 Tonnen) und Maschinen- und Anlagen-verladungen zum positiven Ergebnis bei. Für 2008 erwartet der Hafen Hamburg Marketing Vorstand erneut ein Umschlagplus in diesem Hafengeschäft, da durch neue Dienste wie z.B. der im Januar gestartete ACL-Transatlantikdienst neue Verkehrsanbindungen für Transportketten angeboten werden.
Der Massengutumschlag, der im Jahr 2007 rund 42 Millionen Tonnen erreichte, blieb mit 2,4 Prozent knapp unter dem Vorjahresergebnis. Der Greifergutumschlag (Erze, Düngemittel und vor allem Kohle) blieb mit einem Ergebnis von 21,7 Millionen Tonnen (- 2%) knapp unter dem hohen Vorjahresniveau. Der Bereich Flüssigladung verzeichnete erneut eine Steigerung und erzielte 14,7 Millionen Tonnen (+ 3,6 Prozent). Den Hauptanteil an diesem Zuwachs hatten Mineralölprodukte. Der Sauggutumschlag erreichte zwar beim Ölfrüchte- und Getreideimport Zuwächse von 3,4 Prozent und 114,3 Prozent, konnte aber auf der Exportseite dort verringerte Umschlagmengen nicht kompensieren. Insgesamt wurden im zurückliegenden Jahr 5,2 Millionen Tonnen Sauggut in Hamburg umgeschlagen (- 17,4 Prozent).
Für das Jahr 2008 erwartet Hafen Hamburg Marketing e.V. ein positives Ergebnis im seeseitigen Hafenumschlag. Der Gesamtumschlag wird auf rund 146 Millionen Tonnen eingestuft. Für den Bereich Containerumschlag geht die Hafen Hamburg Marketing e.V. von einem Plus zwischen 8 und 10 Prozent aus und erwartet ein Umschlagergebnis um die 10,8 Millionen TEU.
