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30.1.2008

Zweistelliges Wachstum im Maschinenbau

Für den deutschen Maschinen- und Anlagenbau war das Jahr 2007 ein weiteres „Jahr der Rekorde“. „Die Produktion wuchs real um elf Prozent. Das Produktionsvolumen erreichte einen neuen Rekordwert von 181 Milliarden Euro, ein Zuwachs von mehr als fünfzig Milliarden Euro seit 2004. Der Branchenumsatz konnte 2007 um rund 13 Prozent real auf etwa 193 Milliarden Euro gesteigert werden“, teilte VDMA Präsident Manfred Wittenstein anlässlich der Jahrespresse-konferenz des Verbandes am 29. Januar in Frankfurt mit.

„Eine zweistellige Wachstumsrate hatte unsere Branche zuletzt im Jahre 1969", berichtete Wittenstein. Die Kapazitätsauslastung lag im Durchschnitt bei 92 Prozent. Die Exporte kletterten in den ersten zehn Monaten des vergangenen Jahres nominal um 12,7 Prozent. „Für das Gesamtjahr schätzen wir die Ausfuhr auf 138 Milliarden Euro (2006: 123 Milliarden Euro). Nahezu alle Märkte - außer dem größten Markt USA - befanden sich auf Expansionskurs", erklärte der VDMA Präsident. Insgesamt stiegen die Maschinenausfuhren nach Europa (61,3 Prozent Exportanteil) um nominal 16,8 Prozent. Die Branche profitierte sowohl von dem hohen Nachholbedarf in Osteuropa und Russland als auch von kräftigen Zuwächsen in den EU-Ländern. In Belgien, Dänemark, Finnland, Griechenland, Portugal und Spanien lagen die Zuwachsraten ausnahmslos über 20 Prozent. „Selbst in Italien und Frankreich waren zweistellige Plusraten möglich - zu Lasten unserer lokalen Wettbewerber", berichtete Wittenstein.

18 von 28 statistisch nachweisbaren Branchen des Maschinenbaus konnten sich 2007 über ein zweistelliges Umsatzplus freuen. Die Hersteller von Feuerwehrfahrzeugen und -geräten, Bau- und Baustoffmaschinen, Kompressoren, Druckluft- und Vakuumtechnik, Bekleidungs- und Ledertechnik, Bergbaumaschinen, Nahrungsmittel- und Verpackungsmaschinen, Landtechnik sowie Textilmaschinen haben ihre Umsätze in den ersten elf Monaten des vergangenen Jahres um ein Fünftel und mehr steigern können, berichtet der VDMA.

Es ist in Deutschland sehr wohl möglich, industrielle Serienerzeugnisse und Vorprodukte für den Weltmarkt herzustellen. Der VDMA Präsident betonte: „Wir sind keine Basar-Ökonomie, die sich lediglich darauf beschränkt, aus anderen Ländern zugelieferte Teile zu montieren und zunehmend Gefahr läuft, diese Montage an Billiglohnländer zu verlieren. Die deutsche Antriebstechnik hat beispielsweise ihr Produktionsvolumen seit 1997 verdoppelt und in dieser Zeit etwa zehntausend zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen. Kurz: Die deutschen Maschinenbauer zeigen Tag für Tag, dass man in unserem Land mittels intelligenter Produkte und Prozesse Komplettmaschinen, Maschinenteile und -komponenten wettbewerbsfähig entwickeln, produzieren und in Deutschland sowie auf allen Weltmärkten erfolgreich verkaufen kann."
 
Die „schönste Nachricht", so Verbandspräsident Wittenstein, sei für ihn die Tatsache, dass die Branche 2007 fünfzig Tausend neue Arbeitsplätze geschaffen habe. „Wir gehen zur Jahreswende 2007/2008 von 935.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus. Vier von zehn neuen Industriearbeitsplätzen gehen damit in Deutschland auf unser Konto." Der Anteil der Zeitarbeitskräfte in Bezug auf die Gesamtbeschäftigtenzahl inklusive Auszubildende lag im Oktober 2007 bei 4,8 Prozent. Das sind fast 50.000 Zeitarbeiter, die der deutsche Maschinenbau außerdem beschäftigt.
 
Der VDMA rechnet für das laufende Jahr mit einem Wachstum von fünf Prozent und der Zielmarke von zehntausend neuen Arbeitsplätzen. „Diese Prognosen basieren auf hohen Auftragsbeständen, einem bis zuletzt positiven Auftragseingang, vor allem aber auf einem nach wie vor ausgeprägten Wachstumsoptimismus", erklärte Wittenstein. „Asien hat in den letzten Jahren wirtschaftlich stark zugelegt, Europa einen weitgehend eigenständigen Wachstumskurs eingeschlagen, und die Weltwirtschaft ist in Summe etwas unabhängiger von den Vereinigten Staaten geworden ist. Dennoch: Eine Rezession in den USA würde der Weltkonjunktur einen spürbaren Dämpfer verpassen."