16.1.2008
China wird neuer Exportweltmeister
Die Bundesagentur für Außenwirtschaft (Bfai) erwartet, dass China im zweiten Halbjahr 2008 Deutschland als Exportweltmeister ablöst. Im zweiten Quartal 2007 wurden bereits die ehemals weltweit an zweiter Stelle liegenden USA überrundet. Im Zeitraum von 1978 bis 2006 verzehnfachte sich der Anteil der Volksrepublik am Weltexport von 0,8 auf 8,0 Prozent. Die Ausfuhrerfolge des Reichs der Mitte beruhen dabei nur unwesentlich auf Billigprodukten.
China ist mit einem Exportanteil von 18,5 Prozent schon heute größter Lieferant in der Branche Elektronik, ebenso wie für Elektrotechnik mit 13,4 Prozent (alle Werte für 2006). Im Bereich Stahl lag das Land 2006 mit einem Ausfuhranteil von 8,7 Prozent zwar noch knapp hinter Deutschland (8,8 Prozent), doch auch hier wird es nach Einschätzung der Bfai 2007 einen Wechsel an der Spitze geben. Auch bei Maschinen und Chemischen Erzeugnissen muss künftig stärker mit China gerechnet werden. Nur der Pkw-Sektor blieb bisher von Angriffen verschont.
Der Erfolg chinesischer Exporteure auf den Weltmärkten hätte sich laut Bfai allerdings niemals ohne das Engagement ausländischer Investoren einstellen können. Einschließlich des ersten Quartals 2007 beliefen sich die kumulierten Zuflüsse auf mehr als 735 Milliarden Dollar, und die mit diesen Geldern aufgebauten Firmen stellten schon 1995 gut 30 Prozent der gesamten chinesischen Ausfuhren. Bis 2000 erhöhte sich diese Quote auf knapp 50 Prozent und pendelt seither um Werte zwischen 55 und 58 Prozent.
