Die Preise für Verpackungsglas sind im vergangenen Jahr zwischen fünf und 30 Prozent gestiegen. Die anhaltenden Preissteigerungen schlagen vor allem bei Getränke- und Lebensmittelproduzenten durch. Der europäische Verband der Wein- und Spirituosenhändler vermutet, dass die Preise aufgrund einer illegalen Kartellbildung künstlich hochgehalten werden.Die Wettbewerbskommission der Europäischen Union hat ein Protestschreiben des Verbandes erhalten und soll dem Verdacht jetzt nachgehen. Ob ein förmliches Kartellverfahren eröffnet wird, ist noch unklar. Neelie Kroes, EU-Wettbewerbskommissarin, bestätigte jedoch gegenüber dpa, dass die Behörde den Fall prüfen will.
Drei Flaschenhersteller beliefern den europäischen Markt zu 95 Prozent: Saint-Gobain (Frankreich), Ardagh Glass (Irland) und Owens-Illinois (USA). Die europäische Getränkeindustrie erhebt schwere Vorwürfe gegen diese drei Hersteller. Sie sollen die Kapazitäten ihrer Glashütten trotz anhaltender Nachfrage verkleinert haben. Es herrsche ein Lieferantenmonopol. Daraus resultiere eine strukturelle Glasknappheit.
