Auf Augenhöhe
Die Export von IT- Services und Software aus dem Hightech- Zentren in Indien sind um 33 Prozent gewachsen
Wenn der Kartenverkauf für die nächste Fußball-WM optimal läuft, dann hat die FIFA bei Satyam Computer Services aus Hyderabad in Indien gut eingekauft. Satyam entwickelt für mehrere Millionen Dollar ein Event-Managementsystem und baut in den kommenden zwölf Monaten ein Extranet und Intranet für den Weltfußballverband auf.
Ob Software-Support, Internet-Programmierung oder Finanz- und Rechnungswesen: Unternehmen in Indien sind spezialisiert darauf, IT-unterstützte Services für ausländische Kunden zu liefern oder ganze Geschäftsprozesse zu übernehmen. Dabei geht es längst nicht mehr nur um einfache Tätigkeiten wie Dateneingabe, Softwarepflege oder Call-Center. Immer häufiger werden auch Forschungs- und Entwicklungsarbeiten und andere höherwertige Geschäftsprozesse aus Unternehmen ausgelagert und zugekauft.
Die Umsätze mit Software und Services in Indien werden nach der Schätzung des Fachverbandes Nasscom (National Association of Software and Services Company) im Geschäftsjahr 2007-2008 erstmals die Marke von 50 Milliarden US-Dollar erreichen. Das Geschäftsvolumen im Jahr 2006-2007 lag bei 39,6 Milliarden Dollar, das sind 30,7 Prozent mehr als im Vorjahr. 31,4 Milliarden wurden über Exporte erwirtschaftet (plus 33 Prozent), lediglich 8,2 Milliarden entfielen auf Umsätze im Inland. Für das kommende Jahr prognostiziert die Nasscom ein weiteres Wachstum von 24 bis 27 Prozent.
Exporte für die USA
Mit Abstand der größte Abnehmer für indische Softwaredienstleistungen ist die USA. Vor zwei Jahren gingen 68 Prozent der Exporte in die Vereinigten Staaten. An zweiter Stelle steht Großbritannien mit 15 Prozent an den gesamten Exportumsätzen in diesem Segment. Die größten Unternehmen, die in Indien IT-unterstützte Dienstleistungen und Software anbieten und vor allem exportieren sind Tata Consultancy Services (TCS), Infosys Technologies und Wipro Technologies.

IT- Mitarbeiter von Genpact in der Millionenstadt Gurgaon
In Indien sind 1,6 Millionen Menschen direkt im Bereich Software und IT-unterstützte Dienstleistungen beschäftigt. Die Zahl der Jobs in Indien, die direkt und indirekt von Software und ITunterstützten Dienstleistungen abhängen, liegt bei 7,5 Millionen. Kiran Karnik, Präsident des Fachverbandes Nasscom, sagt voraus, dass diese Zahl bis zum Jahr 2010 auf mehr als zehn Millionen steigen wird. Bei den 20 größten Arbeitgebern in diesem Segment sind 500.000 Menschen beschäftigt. Auf der Rangliste fehlen einige bekannte Namen wie Accenture und IBM, da diese multinationalen Unternehmen ihre Firmenzentrale nicht in Indien haben und sie sich an der jährlichen Datenerhebung der indischen Nasscom nicht beteiligen. IBM war im Jahr 2006 mit 53.000 Mitarbeitern in Bangalore, Delhi und Chennai präsent. Bei weltweit 369.277 IBM-Mitarbeitern ist das bereits ein Anteil von 14 Prozent. Viele große IT-Namen haben ein kräftiges Standbein in Indien aufgebaut. Bereits 15 Prozent aller SAPMitarbeiter sind in Indien tätig.
